Category Archives: Verkehrssicherheit

Training & Talk auf Facebook

21 Feb , 2021,
Klaus Spitzer
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Lockere Benzingespräche

über Motorrad und Training immer Freitags um 17 Uhr auf Facebook.

Gestartet von Andre Jung und Klaus Spitzer sind wir nun schon in der vierten Folge. Zu unterschiedlichen Themen werden jetzt auch fachkundige Gäste eingeladen. Das Format bekommt zwischenzeitlich mehrere tausend Klicks und erfreut sich zunehmend der Beliebtheit unserer Zuschauer. Hier könnt Ihr die Folgen noch einmal schauen.

Folge vom 29.01.2021 – Start in die neue Reihe

Folge vom 19.02.2021 – Reifen und mehr!
Welche Reifen fahrt Ihr?
Was taugt?
Was sollte man beachten?

Folge vom 26.02.2021 – Moto Gymkhana
Was lernen wir von dieser neuen Sportart?
Wie funktioniert das überhaupt?
Was ist die Faszination davon?

vom 05.03.2021 – Frauen und Motorrad
Wie komme ich gut in die neue Saison?
Was machen Frauen anders als Männer?
Welche Tipps haben unsere weiblichen Gäste für Euch?

 

neues eCall System von Ridelink

23 Dez , 2020,
Klaus Spitzer
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Seit März 2018 sind Autohersteller in der EU verpflichtet, ihre neuen Fahrzeugmodelle mit einem eCall System auszustatten. Diese Module verbinden sich, nach einem Unfall, automatisch mit dem Notruf des jeweiligen Landes. Sie senden den Standort und weitere Daten, damit schnellstmöglich Hilfe geleistet werden kann.

Was bei Autos schon Standard ist, sollte auch bei Motorrädern vorhanden sein. Biker sind regelmäßig allein unterwegs und oft in Gegenden, die nicht so belebt sind. Wenn dann die Hilfe zu spät kommt, sinken die Überlebenschancen. Deshalb hat Kurvenreich schon 2017 einen dguard eCall nachgerüstet und darüber berichtet (hier).

Jetzt gibt es was neues auf dem Markt!

Die Firma Ridelink auf Frankfurt am Main bietet seit kurzem ein eigenes eCall System an. Klarer Vorteil ist der schnelle Einbau  und die Vernetzung mit dem CAN-Bus moderner Motorräder. Damit können Fahrzeugdaten ausgelesen (z.B. die Bordspannung) und die Stromversorgung sichergestellt werden. Ein spannendes Stück Technik, das zusätzlich eine Diebstalsicherung und einen Routenplaner bietet.

Unboxing

Ausgepackt haben wir das Teil schon. Wer mit uns in die Kiste kucken will, kann sich unser Video anschauen:

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Gesunde Selbsteinschätzung

20 Dez , 2020,
Klaus Spitzer
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Heute morgen ist mir in Facebook der Dunning-Kruger Effekt begegnet. In Zeiten von Corona bekämpfen sich Befürworter und Gegner immer intensiver. Also gleich mal gegoogelt, um was es geht.

Wiki schreibt: „(Der) Dunning-Kruger-Effekt bezeichnet die kognitive Verzerrung im Selbstverständnis inkompetenter Menschen, das eigene Wissen und Können zu überschätzen.“ Leute mit Halbwissen überschätzen sich also maßlos. Da fällt mir doch gleich einer ein, der in der nächsten Zeit das Weiße Haus räumen muss. Donald Trump ist doch ein passendes Beispiel für maßlose Selbstüberschätzung.


Banküberfall ohne Maske

Dass er dabei nicht alleine ist, kann ich mir denken. Eigentlich weiß ich es. Menschen, die sich selbst überschätzen gibt es schließlich eine Menge. Ein lustiges Beispiel gilt für die beiden Forscher, Justin Kruger und David Dunning von der Cornell University, als Beleg für ihre These. Sie berichten über einen kuriosesten Banküberfall. Er ereignete sich 1995 in Pittsburgh. Am helllichten Tag raubte ein unmaskierter Mann nacheinander zwei Geldfilialen aus. Die Videokameras waren ihm offenbar egal. Als sich wenig später die Handschellen schlossen und ihm die Polizei die Überwachungsaufnahmen vorspielte, war seine Verwunderung groß. Er war überzeugt davon, keinesfalls leichtsinnig gehandelt zu haben. Schließlich habe er sein Gesicht vor dem Überfall sorgfältig mit Zitronensaft eingerieben, um sich für die Kameras unkenntlich zu machen.


Selbstbewusst und völlig Ahnungslos

Weniger kompetente Personen neigen also dazu, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen. Sie erkennen nicht die Fähigkeiten von anderen und schätzen ihr eigenes Halbwissen nicht richtig ein. Völlige Unkenntnis führt also keineswegs zu Selbstzweifel. Im Gegenteil. Solche Menschen sind sehr von sich überzeugt und glauben Recht zu haben. Dabei ist fehlende Selbstkritik nicht immer schlecht. Sie führt auch dazu sich Dinge zuzutrauen, die man bei nüchterner Betrachtung niemals tun würde. Mit ein bisschen Glück gelingt dann vieles. Zumal sich die Inkompetenz meist nur auf einen oder wenige Bereiche beschränkt. Dabei sagt das Phänomen nichts über die generelle Intelligenz einer Person aus. Auch das konnten die Forscher nachweisen.


„Ja sind denn nur noch Idioten unterwegs?“

Auch viele Motorradfahrer sind sich – an den Biker-Stammtischen dieser Welt – darüber einig, die allerbesten Fahrer überhaupt zu sein. Wissenschaftlich untersucht wurde das für Autofahrer. Die überwiegende Mehrheit (zum Teil über 90%) hält sich für besser als die anderen im Straßenverkehr. Sind also viele inkompetente Biker mit übersteigerter Risikobereitschaft auf Deutschlands Straßen unterwegs?


Üben hilft

Das Bild der rasenden Vollidioten lässt sich durch keine ernsthafte Studie belegen. Es ist allenfalls in reißerischen Medien noch ein Thema. Die allermeisten Motorradfahrer sind vorausschauend und umsichtig unterwegs. Jeder von uns kennt das Risiko. Keiner will einen Unfall riskieren. Wo wir aber tatsächlich (manchmal) einen „schwarzen Fleck“ haben, ist unsere Selbsteinschätzung. Wenn man jahrelang gut durchgekommen oder noch sehr jung und voller Hormone ist, dann sollte man durchaus mal über ein Training nachdenken. Denn Übung macht den Meister!


Wer ist der Größte?

Der Dunning-Kruger Effekt ist kein leuchtendes Beispiel für ernsthafte Wissenschaft. Im Jahr 2000 gewann das Phänomen den satirischen „Ig-Nobelpreis“ im Bereich Psychologie. Bereits auf der ersten Seite der Publikation heißt es: „Die unbewusste Inkompetenz zeigt sich auf vielen Gebieten, darunter Teamführung, Kindererziehung und das Durchführen einer fragwürdigen psychologischen Studie.“ ;-)

Entsprechend können Motorradfahrer auch auf den Rat der Zeitschrift „Bunte“ beherzigen. Sie zitieren aus einer Kanadischen Studie und das Ergebnis zeigt in eine ähnliche Richtung. Je größer der Unterschied zwischen den tatsächlichen und den eingebildeten Fähigkeiten von Menschen ist, desto zufriedener waren die Testpersonen. Begabung steigert also nicht unser Lebensglück.


Also dann

„Wir Motorradfahrer sind doch die Größten!“


Motorrad-Training ist NIEMALS umsonst – jetzt aber kostenfrei

11 Nov , 2020,
Klaus Spitzer
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Unser Verein, der avp (das Institut für Verkehrspädagogik e.V.), hat den Zuschlag der Berufsgenossenschaft Holz und Metall erhalten. Damit können Mitglieder dieser BG bei KURVENREICH kostenlos trainieren. Richtig gehört! Im Rahmen der Verkehrsprävention geben viele Berufsgenossenschaften einen Zuschuss. Die BG Holz und Metall zahlt aber – als eine der wenigen – den vollen Betrag.

Also: Versicherte sind uns herzlich willkommen! Zuvor aber bitte das Training beantragen und genehmigen lassen. Die Infos dazu gibt es hier.

Für alle Anderen haben wir eine Liste von Berufsgenossenschaften, die sich an den Kosten beteiligen. Schau mal hier.

 

Raus aus der Routinefalle

15 Jan , 2019,
Klaus Spitzer
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Motorradfahren will gelernt sein. Gerade am Anfang ist das Zusammenspiel von Kupplung, Gas und Bremse eine echte Herausforderung. Um so mehr man fährt, um so einfacher wird es. Kurven werden runder und der Fahrstil flotter. Dann beginnt die Zeit echte Erfahrungen zu sammeln. Da geht dem Einen mal das Hinterrad weg. Ein Anderer überbremst das Vorderrad. Langsam aber stetig stellt man sich darauf ein und vermeidet solche Situationen. Dann beginnt die Routine. Wir schalten auf Autopilot. Der hat verschiedene Modi. Sportlich, flott oder gemütlich. Umschalten kann man natürlich auch. Aber passt die Gangart immer zum Fahrkönnen?

Wie schätzen wir uns selbst ein?

Die meisten Motorradfahrer überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten. Wer glaubt nicht, besser fahren zu können als viele andere Verkehrsteilnehmer? Unsere Selbsteinschätzung basiert auf unseren Erfahrungen. Aus ihnen stellen wir das Bild zusammen, das wir von uns und unseren Fähigkeiten haben. Doch es gibt einen blinden Fleck in der Verarbeitung der Erlebnisse. Ein entscheidender Teil wird einfach ausgelassen: nämlich das, was wir in den verschiedenen Situationen nicht wussten oder bedacht haben. Obwohl wir alle recht genau wissen, was wir wissen, ist vielen nicht klar, was sie alles nicht wissen. Das erklärt unsere Selbstüberschätzung. Wir haben nicht alle Informationen, die wir brauchen, um uns selbst richtig einzuschätzen und genau das, blenden wir aus.

Was ist ein guter Motorradfahrer?

Es gibt keinen gültigen Motorradfahrer Test. Außer vielleicht die Fahrprüfung oder die Rennstrecke. Aber auch hier gilt: Haben wir wirklich alle Infos, die wir brauchen? War unser Fahrlehrer ein guter Fahrlehrer? Sind Rundenzeiten ein guter Indikator für einen guten Motorradfahrer? Gibt es nicht doch noch was dazu zu lernen, was wir noch nicht wussten?

Deshalb brauchen wir Fremdeinschätzung!

Das kann die Rückmeldung von einem Bikerkollegen sein, einem Trainer oder der Trainingsgruppe. Und hier kommen Fahrsicherheitstrainings ins Spiel!

Wer braucht ein Training?

Grundsätzlich sind alle angesprochen, die ein Motorrad bewegen. Ob Fahranfänger, Wiedereinsteiger oder Routinier. Jeder kann aus einem guten Sicherheitstraining etwas für sich mitnehmen. Dabei ist es für jeden etwas anderes. Wiederholer berichten, dass das gleiche Training beim selben Trainer trotzdem noch neue Einsichten und Erkenntnisse gebracht hat.

Welches ist das richtige Training für mich?

Das kommt natürlich auf verschiedene Faktoren, wie Fahrpraxis, Fahrkönnen und Vorerfahrungen an. Grundsätzlich kann man die Trainings durch ihre verschiedenen Schwerpunkte unterscheiden.

Kurse, die vom DVR zertifiziert sind, setzten auf Verkehrsprävention. Klingt langweilig ist es aber nicht. Denn hier arbeitet ein Moderator, der es versteht, das Verhalten der Teilnehmer in der Gruppe zu reflektieren. Es wird nicht vorgegeben, sondern die Erkenntnisse werden gemeinsam entwickelt und in praktischen Übungen umgesetzt. Angefangen vom Stabilisieren, über Bremsen, Ausweichen und Kurven fahren wird alles geübt, was hilft knifflige Situationen zu beherrschen. Die Trainings sind für Anfänger, Wiedereinsteiger und Routiniers gleichgut geeignet. Viele Berufsgenossenschaften geben hier Zuschüsse.

Bestimmte Kurse haben vor allem die Fahrfertigkeit im Blick. Das sind z.B. Kurven- oder Schräglagentrainings, bei denen oft ein Auslegermotorrad dabei ist. Hier sollten geübte Fahrer buchen, die an der Schräglage arbeiten oder ihre Kurvenline verbessern wollen.

Auch die Enduristen kommen auf ihre Kosten. Sie können, je nach Können, ein Schnuppertraining oder gleich die Kiesgrube buchen. Hier sind Gleichgewicht, Sitzposition und Blickführung die elementaren Grundlagen, die auch auf der Straße eine entscheidende Rolle spielen.

Natürlich gibt es auch Trainings auf Rennstrecken oder ähnlich gut ausgebauten Plätzen. Hier steht der sportliche Gedanke im Vordergrund. Ohne Gegenverkehr kann ausprobiert werden, wo die eigenen Grenzen liegen. Die gemachten Erfahrungen helfen dabei besser zu fahren und das Motorrad zu beherrschen.

Darüber hinaus gibt es noch viele interessante Kombinationen im Programm der Anbieter. Trainings im Straßenverkehr, Frauenkurse oder Einzelcoachings sind möglich und sind Teil der Bandbreite von guten Anbietern.

Wo finde ich passende Kurse?

Das Internet ist voll von Angeboten für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Viele Anbieter haben natürlich nur die eigenen Trainings auf der Seite. Einen guten Querschnitt haben:

https://www.motourismo.com/de/motorradtrainings.html

https://www.ifz.de/training/motorradtraining/

https://www.dvr.de/site/sht-suche.aspx


Zur Schluss noch was zum Nachdenken:

„Erfahrung ist das, was man zu haben glaubt, bevor man anfängt mehr davon zu erwerben.“

Bernt Spiegel


 

Warum Motorradfahrer im Herbst besonders vorsichtig sein sollten

11 Okt , 2018,
Klaus Spitzer

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Die Saison geht zu Ende. Viele nutzen die letzten sonnigen Tage für eine Motorrad Tour. Der Herbst birgt leider besondere Gefahren für Biker. Neben widrigen Fahrbahnzuständen ist vor allem der niedrige Sonnenstand ein Problem. Deshalb nutzt jeder Autofahrer derzeit seine Sonnenblende.

Für Biker bedeutet das besondere Vorsicht, denn wer geblendet wird, übersieht schneller einen Entgegenkommenden. Deutlich wird das in diesem Video:

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Deshalb:
Sonne im Rücken bedeutet Hand auf Bremse!

Sicherheitstraining – freie Termine

9 Apr , 2018,
Klaus Spitzer

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Sie suchen noch freie Plätze für unsere Motorrad Sicherheitstrainings? Hier die Liste nach Orten:

Rodgau
13.05.18 So. Frauen Seminar  –  Warteliste
20.05.18 So. Kurven Seminar  –  Warteliste

Veitshöchheim (Würzburg)
06.05.18 So. Premium Seminar
10.05.18 Do. Frauen-Seminar
27.05.18 Sa. Kurven Seminar
03.06.18 So. Premium Seminar

Mainz (Finthen)
12.05.18 Sa. Premium Seminar  –  Warteliste
19.05.18 Sa. Premium Seminar

Kaunertal (Österreich)
12.-15.08.18 Serpentinen Seminar
15.-18.08.18 Serpentinen Seminar

 

Zur Erklärung

Warteliste
Der Kurs ist schon voll. Trotzdem kann es vorkommen, dass kurzfristig jemand absagt. Lassen Sie sich auf unsere Warteliste setzten. Wir informieren Sie dann kurzfristig. Die Chancen stehen ganz gut!

Preise
Premium- und Frauen-Seminare  109,-€ p.P.
Kurven-Seminare   169,-€ p.P.
fragen Sie nach Gruppen Tarifen

 

Warum auch Profis trainieren

21 Jan , 2018,
Klaus Spitzer
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Die Routinefalle

Motorradfahren will gelernt sein! Gerade am Anfang ist das Zusammenspiel von Kupplung, Gas und Bremse eine echte Herausforderung. Um so mehr man fährt, um so einfacher wird es. Kurven werden runder und der Fahrstil flotter. Dann beginnt die Zeit echte Erfahrungen zu sammeln. Da geht dem Einen mal das Hinterrad weg. Ein Anderer überbremst das Vorderrad. Langsam aber stetig stellt man sich darauf ein und vermeidet solche Situationen. Dann beginnt die Routine. Wir schalten auf Autopilot. Der hat verschiedene Modi. Sportlich, flott oder gemütlich. Umschalten kann man natürlich auch. Aber passt die Gangart immer zum Fahrkönnen?

Wie schätzen wir uns selbst ein?

Die meisten Motorradfahrer überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten. Wer glaubt nicht, besser fahren zu können als viele andere Verkehrsteilnehmer? Unsere Selbsteinschätzung basiert auf unseren Erfahrungen. Aus ihnen stellen wir das Bild zusammen, das wir von uns und unseren Fähigkeiten haben. Doch es gibt einen blinden Fleck in der Verarbeitung der Erlebnisse. Ein entscheidender Teil wird einfach ausgelassen: nämlich das, was wir in den verschiedenen Situationen nicht wussten oder bedacht haben. Obwohl wir alle recht genau wissen, was wir wissen, ist vielen nicht klar, was sie alles nicht wissen. Das erklärt unsere Selbstüberschätzung. Wir haben nicht alle Informationen, die wir brauchen, um uns selbst richtig einzuschätzen und genau das, blenden wir aus.
(Quelle: Psychologie heute)

Was ist ein guter Motorradfahrer?

Es gibt keinen gültigen Motorradfahrer Test. Außer vielleicht die Fahrprüfung oder die Rennstrecke. Aber auch hier gilt: Haben wir wirklich alle Infos, die wir brauchen? War unser Fahrlehrer ein guter Fahrlehrer? Sind Rundenzeiten ein guter Indikator für einen guten Motorradfahrer? Gibt es nicht doch noch was dazu zu lernen, was wir noch nicht wussten?

Deshalb brauchen wir Fremdeinschätzung!

Das kann die Rückmeldung von einem Bikerkollegen sein, einem Trainer oder der Trainingsgruppe. Und hier kommen Sicherheitstrainings ins Spiel!


Wer braucht ein Sicherheitstraining?

Grundsätzlich sind alle angesprochen, die ein Motorrad bewegen. Ob Fahranfänger, Wiedereinsteiger oder Routinier. Jeder kann aus einem guten Sicherheitstraining etwas für sich mitnehmen. Dabei ist es für jeden etwas anderes. Wiederholer berichten, dass das gleiche Training beim selben Trainer trotzdem noch neue Einsichten und Erkenntnisse gebracht hat.

Welches ist das richtige Sicherheitstraining für mich?

Das kommt natürlich auf verschiedene Faktoren, wie Fahrpraxis, Fahrkönnen und Vorerfahrungen an. Grundsätzlich kann man die Trainings durch ihre verschiedenen Schwerpunkte unterscheiden.

Kurse, die vom DVR zertifiziert sind, setzten auf Verkehrsprävention. Klingt langweilig ist es aber nicht. Denn hier arbeitet ein Moderator, der es versteht, das Verhalten der Teilnehmer in der Gruppe zu reflektieren. Es wird nicht vorgegeben, sondern die Erkenntnisse werden gemeinsam entwickelt und in praktischen Übungen umgesetzt. Angefangen vom Stabilisieren, über Bremsen, Ausweichen und Kurven fahren wird alles geübt, was hilft knifflige Situationen zu beherrschen. Die Trainings sind für Anfänger, Wiedereinsteiger und Routiniers gleich-gut geeignet. Viele Berufsgenossenschaften geben hier Zuschüsse.

Bestimmte Sicherheitstrainings haben vor allem die Fahrfertigkeit im Blick. Das sind z.B. Kurven- oder Schräglagentrainings, bei denen oft ein Auslegermotorrad dabei ist. Hier sollten geübte Fahrer buchen, die an der Schräglage arbeiten oder ihre Kurvenline verbessern wollen.

Auch die Enduristen kommen auf ihre Kosten. Sie können, je nach Können, ein Schnuppertraining oder gleich die Kiesgrube buchen. Hier sind Gleichgewicht, Sitzposition und Blickführung die elementaren Grundlagen, die auch auf der Straße eine entscheidende Rolle spielen.

Natürlich gibt es auch Trainings auf Rennstrecken oder ähnlich gut ausgebauten Plätzen. Hier steht der sportliche Gedanke im Vordergrund. Ohne Gegenverkehr kann ausprobiert werden, wo die eigenen Grenzen liegen. Die gemachten Erfahrungen helfen dabei besser zu fahren und das Motorrad zu beherrschen.

Darüber hinaus gibt es noch viele interessante Kombinationen im Programm der Anbieter. Trainings im Straßenverkehr, Frauenkurse oder Einzelcoachings sind möglich und sind Teil der Bandbreite von guten Anbietern.

Wo finde ich passende Sicherheitstrainings?

Das Internet ist voll von Angeboten für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Die meisten Anbieter haben nur die eigenen Trainings auf der Seite. Einen guten Querschnitt haben:
https://www.ifz.de/training/motorradtraining/
https://www.dvr.de/site/sht-suche.aspx
https://www.motourismo.com/de/motorradtrainings.html

Zur Schluss noch was zum Nachdenken

„Erfahrung ist das,
was man zu haben glaubt,
bevor man anfängt
mehr davon zu erwerben.“
Bernt Spiegel


Erfahrungsbericht: Notruf System dguard

7 Jan , 2018,
Klaus Spitzer

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Seit einem Jahr hab ich jetzt mein dguard in Betrieb. Das eCall System, mit seinen Sensoren, wird fest im Motorrad verbaut und ruft bei einem Unfall automatisch Hilfe. Das funktioniert in ganz Europa und im Ausland auch in der Landessprache. Zusätzlich kann, über die App, eine Diebstahl Warnfunktion aktiviert werden. Das ist gerade im Urlaub praktisch und wird von mir regelmäßig genutzt.

Meine Erfahrungen

Etwas fummelig war der Einbau. Mein unboxing Video zeigt die verschiedenen Komponenten, die angeschlossen werden müssen. Besonders die Justierung des Sensors war schwierig. Entweder hat er den Fahrer nicht erkannt oder er war zu nahe an anderen Teilen unter der Sitzbank, die ihn einklemmen konnten. Gelöst hat die Firma Digardes dieses Problem durch ihre Partnerschaft mit Zweiradfirmen. Die Übersicht zeigt, welche Händler das System einbauen. Im Raum Frankfurt hätte ich hier genügend Auswahl. Sehr dünn wird es allerdings im Süden oder Osten der Republik. Berlin, Hamburg oder München fehlen komplett. Hier muss die Firma noch nachbessern.

Die Unterhaltskosten sind in den ersten zwei Jahren im Kaufpreis enthalten. Danach wird eine Jahresgebühr von „unter 30,-€“ für den Service fällig. Das ist sehr überschaubar, wen man bedenkt, dass im Modul auch eine Sim-Karte verbaut ist.

Im Alltag hab ich das System bisher – zum Glück – noch nicht gebraucht. Mir gefällt aber die, gut erkennbare, Statusleuchte. Sie ist direkt am Taster angebracht und zeigt zuverlässig die Funktion an. Mit der App kann ich zusätzlich neue Updates aufspielen und die Sensoren prüfen. Alles ganz benutzerfreundlich aufgebaut.

Natürlich wollte ich ausprobieren, was die Technik macht, wenn wirklich ein Notfall kommt. Dazu muss ich sagen, dass ich – als Motorradtrainer – den einen oder anderen Vorteil habe. Wir hatten die Firma Digades zu einer Präsentation eingeladen. Dabei wurde ein fingierter Notruf  abgesetzt. Natürlich nicht zur Rettungsleitstelle, sondern umgeleitet auf ein Handy. Eine Computerstimme sagt (in der Landessprache), dass ein Motorrad an einem Unfall beteiligt ist und gibt die GPS Koordinaten durch. Danach wird mit der Freisprecheinrichtung des Fahrers verbunden. Klappt alles reibungslos, so lange das Motorrad im freien steht und die Sim-Karte Empfang hat. (Wobei Notrufe immer über alle verfügbaren Netze vermittelt werden.)

Was ich bisher noch nicht getestet hab

Das dguard koppelt sich automatisch mit der Freisprecheinrichtung im Helm. Damit wäre es möglich, nach dem Notruf, mit der Rettungsleitstelle zu telefonieren. Bisher fahre ich nicht mit Intercom. Deshalb hab ich damit noch keine Erfahrungen.

Mein Fazit

Natürlich ist das dguard nicht günstig. Die Entwicklung war aufwendig und die Komponenten sind erstklassig verarbeitet. Auch die Software und der Service (ich musste mal mein System neu starten lassen) arbeiten top. Wichtig für mich war, dass ich ein System bekomme, dass mich und meine Teilnehmer zuverlässig bei Unfällen, auch im Ausland, schützt. Mit dem dguard kann ich schnell Hilfe holen. Das ist mir als Trainer und Tourguide besonders wichtig. Nur so kann ich sofort wirklich helfen, ohne am Handy zu fummeln. Für mich stehen Kosten und Nutzen damit in einem angemessenen Verhältnis.

Unboxing Video

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6 Verhaltensregeln für eine sichere Fahrt

8 Nov , 2017,
Klaus Spitzer
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Motorradfahren in der Gruppe

Flüssig und dabei entspannt. So soll es laufen, bei einer Ausfahrt mit Freunden. Weil dabei jeder auf den Anderen achten muss, braucht es ein paar Regeln, damit es klappt.

 

fahre versetzt und halte Abstand

Auf Tour fährt der Erste links auf seiner Fahrspur und die Folgenden jeweils versetzt zueinander. Dabei hältst Du  zwei Sekunden Sicherheitsabstand zum (direkten) Vordermann/-frau. In Kurven fahren wir Sicherheitslinie mit ausreichendem Abstand.

 

überhole überlegt

Überhole niemals innerhalb der Gruppe. Bei gemeinsamen Überholmanövern musst Du länger am Gas bleiben und spät einscheren, damit der Nachfolgende seinen Platz findet. Nach jedem Halt kann die Reihenfolge verändert werden. Das sorgt für Abwechslung und bringt Fahrspaß.

 

Achte auf den Hintermann

Wenn er zurückfällt, fahre langsamer. Wenn er weg ist, bleibst du erst dann stehen, wenn die Gruppe abbiegt. Folge nicht der Gruppe sondern bleibe, mit ausreichendem Abstand, vor der Abzweigung (z.B. Ampel) stehen. Jetzt  führst Du die Gruppe, wenn sie da ist. Bitte keine Aufholjagd.

 

Halte überlegt an

Halte nur dort, wo es gefahrlos möglich ist. Niemals hältst Du auf freier Strecke oder in einer Kurve. Nicht um jemanden nachkommen zu lassen. Wenn die nächste Haltebucht für die ganze Gruppe zu eng ist, dann fahre weiter. Suche nach einem guten Halt. Kluge Leute folgen dir!

 

Meistere Notfälle

Bei einer Panne, während der Fahrt, bleibt nur der Letzte in der Gruppe beim Pannenfahrzeug. Die Gruppe fährt weiter und wartet auf einem Parkplatz, bis die Situation (per Handy) geklärt ist. Kommt es zu einem Sturz sicherst Du zuerst die Unfallstelle. Wichtig dabei ist der Selbstschutz. In Kurven muss die Warnung des Verkehrs in ausreichendem Abstand erfolgen. Gleichzeitig kann sich ein Mitfahrer um den Verunfallten kümmern. Danach wird Hilfe verständigt und das Motorrad geborgen. Achte darauf, dass nicht noch mehr Schaden entsteht.

 

lege Rollen fest

Ob er jetzt Tourguide, Road Captain oder sonst wie genannt wird, er plant die Tour, ist Ortskundig und fährt als erster. Darüber hinaus legt er Pausen fest und sorgt dafür, dass jeder ankommt. Unterstützt wird er vom letzten in der Gruppe. Einige bezeichnen ihn als „Lumpensammler“ ;-) Er sollte gut sichtbar sein, damit er auch im Rückspiegel gut erkannt wird und kümmert sich – als einziger – um liegen gebliebene Biker. Es sollte ein/e erfahrene/r Motorradfahrer/-fahrerin sein.